{"id":11237,"date":"2024-08-22T11:59:40","date_gmt":"2024-08-22T09:59:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hirondelle.org\/es-ist-anstrengend-vertrauenswuerdige-informationen-aus-eritrea-zu-erhalten"},"modified":"2024-08-22T11:59:40","modified_gmt":"2024-08-22T09:59:40","slug":"es-ist-anstrengend-vertrauenswuerdige-informationen-aus-eritrea-zu-erhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hirondelle.org\/de\/es-ist-anstrengend-vertrauenswuerdige-informationen-aus-eritrea-zu-erhalten","title":{"rendered":"\u201eES IST ANSTRENGEND, VERTRAUENSW\u00dcRDIGE INFORMATIONEN AUS ERITREA ZU ERHALTEN\u201d"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erena wurde 2010 auf Initiative von Reporter\u00a0ohne Grenzen und eritreischen Journalisten im\u00a0Exil gegr\u00fcndet und ist ein Radiosender mit Sitz in\u00a0Paris. Er sendet Nachrichten, Analysen und Musik\u00a0und l\u00e4sst das Publikum durch \u201eOpen mics\u201d-Sendungen zu Wort kommen. Amanual Ghirmai, der\u00a0Direktor von Erena, lebt seit 15 Jahren im Exil.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDas Leben im Exil ist anstrengend. Im Exil zu berichten, ist anstrengend. Denn Eritrea ist weit weg, und es\u00a0ist ein sehr verschlossenes Land. Es ist nicht einfach, an\u00a0Informationen zu kommen, es dauert lange und\u00a0erfordert viel Aufwand. Unsere Journalisten k\u00f6nnen\u00a0im Land selbst nicht arbeiten und d\u00fcrfen nicht als\u00a0solche erkannt werden. Und das Internet in Eritrea\u00a0funktioniert nicht. Oder jedenfalls so schlecht, mit\u00a0minimalem Datenfluss und nur an \u00f6ffentlichen Orten,\u00a0so dass wir keine sichere private Kommunikation mit\u00a0irgendjemandem f\u00fchren k\u00f6nnen. Ausserdem haben\u00a0die Menschen Angst, mit uns zu sprechen: Sie f\u00fcrchten Schikanen der Regierung. All dies bedeutet, dass\u00a0wir keine vertrauensw\u00fcrdige Informationen in Echtzeit\u00a0aus unserem Heimatland erhalten k\u00f6nnen. Wir arbeiten haupts\u00e4chlich in Fl\u00fcchtlingslagern in \u00c4thiopien\u00a0und im Sudan, wo wir gute Informationen von eritreischen Fl\u00fcchtlingen erhalten k\u00f6nnen. Wir haben ein\u00a0solides Netz von Informanten oder sogenannten\u00a0B\u00fcrgerjournalisten aufgebaut, d.h. Menschen, die die\u00a0M\u00f6glichkeit haben, das Land als H\u00e4ndler oder NRO-Mitarbeitende zu besuchen, um die uns vorliegenden\u00a0Informationen zu best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Wir berichten auch \u00fcber Nachrichten aus der Diaspora,\u00a0mit einem Netz von Korrespondenten in allen L\u00e4ndern,\u00a0in denen es eine starke eritreische Gemeinschaft gibt:\u00a0Deutschland, Grossbritannien, die Vereinigten Staaten,\u00a0Kanada, Uganda, \u00c4thiopien, Sudan&#8230; Wir \u00f6ffnen unsere\u00a0Mikrofone f\u00fcr unser Publikum ausserhalb Eritreas, um\u00a0ihrer Stimme in der Heimat Geh\u00f6r zu verschaffen. Wir\u00a0sind bestrebt, mehr Verbindungen zwischen Eritreern\u00a0innerhalb und ausserhalb des Landes zu schaffen.<\/p>\n<p>In Eritrea werden unsere Programme \u00fcber Satellit\u00a0ausgestrahlt. Jeder kann sie mit einem einfachen\u00a0Satellitenfernsehger\u00e4t oder mit einem Transistorradio\u00a0mit Batterien auf Kurzwelle empfangen. Es ist zwar\u00a0nicht offiziell verboten, Erena zu h\u00f6ren, aber die Leute\u00a0versuchen, es diskret zu machen. Es ist schwierig,\u00a0genaue Daten \u00fcber unser Publikum im Land zu sammeln. Unsere letzte Publikumsbefragung wurde 2017\u00a0durchgef\u00fchrt, haupts\u00e4chlich mit Daten, die in\u00a0Fl\u00fcchtlingslagern gesammelt wurden. Die Ergebnisse\u00a0ergaben, dass wir vor allem in eritreischen St\u00e4dten\u00a0geh\u00f6rt werden, wo 500\u2019000 Menschen w\u00f6chentlich\u00a0Erena h\u00f6ren. Das ist eine Menge f\u00fcr ein Land mit 3,5\u00a0Millionen Einwohnern.<\/p>\n<p>15 Jahre Exil sind eine lange Zeit. Als Erena gegr\u00fcndet\u00a0wurde, h\u00e4tten wir uns lieber n\u00e4her an unserem Land\u00a0niedergelassen: in Dschibuti, \u00c4thiopien oder im Sudan.\u00a0Aber das war aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht m\u00f6glich.\u00a0Und es ist auch heute noch nicht m\u00f6glich. Ich tr\u00e4ume\u00a0davon, dass Erena eines Tages in Asmara, der\u00a0Hauptstadt Eritreas, ans\u00e4ssig sein und von einer jungen Generation eritreischer Journalisten geleitet werden wird.\u201d\u00a0<\/p>\n<p>Dieser Auszug stammt aus der 13. Ausgabe von Mediation mit dem Titel \u201eStrukturierung des Exiljournalismus in einer autorit\u00e4reren Welt\u201c, <a href=\"pdfviewer\/?lang=de&amp;id=778\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Sie hier finden<\/a>.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erena wurde 2010 auf Initiative von Reporter\u00a0ohne Grenzen und eritreischen Journalisten im\u00a0Exil gegr\u00fcndet und ist ein Radiosender mit Sitz in\u00a0Paris. 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